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Neues zum Thema Inklusive Bildung!

2009 hat sich Deutschland mit der Ratifizierung der UN-BRK dazu verpflichtet, ein inklusives Schulsystem aufzubauen. Trotzdem ist Inklusive Bildung noch lange keine Realität in Deutschland. Hier berichten wir anhand einer Auswahl kommentierter Medienbeiträge jeden Monat, was in Deutschland zum Thema inklusive Bildung passiert.

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DEZEMBER 2025

Die Eule spricht

/// Der Aufreger des Monats Dezember war – ist – das Pamphlet der CDU-Politikerin Kristina Schröder, in dem sie die Behauptung aufstellt, Deutschland könne sich die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung nicht mehr leisten. Jetzt schlägt der Protest in den Sozialen Medien hohe Wellen. Er tut dies zu Recht, denn wenn eine bestens situierte Ex-Ministerin, die sich selbst ihre „Denkfabrik“ R 21 gern aus dem Bundeshaushalt finanzieren lässt, den Menschen mit Behinderung die Leistungen wegnehmen will, die sie für ein selbstbestimmtes Leben brauchen, dann ist das nichts anderes als widerwärtig und im Wortsinn a-sozial.

Hat sie mit dem Shitstorm auf social media nun bekommen, was sie verdient? Oder hat sie im Gegenteil bekommen, was sie wollte? Wer Kristina Schröder beobachtet, bekommt den Eindruck einer Frau, die eiskalt kalkuliert, auch in diesem Fall.

Es ist kein Geheimnis, dass es in der CDU Kräfte gibt, die ihre Partei wenden wollen, hin zur Zusammenarbeit mit der AfD. Um das zu erreichen, könnte es eine erfolgreiche Strategie sein, im Lande Wut zu schüren, über einen vermeintlichen dramatischen Niedergang und über Sündenböcke, die angeblich rechtschaffene Menschen ausnehmen.

Da liegt es nahe, einige Wochen nach Friedrich Merz‘ Seufzer über die Kostensteigerungen in der Eingliederungshilfe den Diskursfaden mit einer gezielten Provokation weiterzuspinnen. Und dabei gleich an einem Tabu zu kratzen, indem man – ohne dies auszusprechen – ein historisches Narrativ des deutschen Faschismus belebt, nach dem Menschen mit Behinderung zu teuer seien?

Wenn das der Plan gewesen sein sollte, dann wäre Phase 1 bereits erfolgreich abgeschlossen. Die Provokation ist gesetzt und die Empörungswelle der Gegenseite kam wie bestellt, und zwar als gewaltiger Verstärker. Stiegen jetzt noch einschlägige Medien auf die Social-Media-Welle auf, wäre Phase 2 erreicht, beim Schüren von gesellschaftlicher Wut und Gegenwut und dem Setzen eines neuen Sündenbocks.

Das ist brandgefährlich und perfide. Denn natürlich kann man Schröders Angriff auf die Menschenwürde Behinderter nicht durchgehen lassen. Doch wir tappen in eine gewaltige Falle, wenn wir den Widerstand gegen unmenschliche Politik ausgerechnet auf den, sorry, Drecks-Plattformen von Unternehmern führen, die selbst die gegnerische Agenda verfolgen und mit der Gestaltung ihrer Algorithmen aus unserer Empörung auch noch Treibstoff gewinnen.

Der Begriff Bewegung kommt von bewegen, und Widerstand kommt von stehen, nicht von klicken. Wer wirksam für Demokratie und Menschenrechte eintreten will, muss sich im wirklichen Leben engagieren, in Parteien, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Initiativen.

Medienschau Dezember

Dosierte Fake-News

/// Kristina Schröder behauptet in einem Kommentar in der WELT, „wir“ könnten uns die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung nicht mehr leisten. Dabei gibt sie auf der einen Seite mit Kreide in der Stimme vor, ihre eigene Forderung bedauerlich zu finden. Auf der anderen Seite streut sie giftige Fehlinformationen, indem sie etwa behauptet, dass sämtliche Eingliederungshilfeleistungen einkommensunabhängig und in unbegrenzter Höhe geleistet würden. Hätte die WELT eine seriöse Redaktion, hätte dieses Stück auch als Meinungsbeitrag niemals erscheinen dürfen.

Welt

Was wir uns künftig nicht mehr leisten können (Paywall)

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Korrektur

/// Beata Ackermann von der Frankfurter Behindertenarbeitsgemeinschaft nimmt Kristina Schröders Beitrag auseinander:

Frankfurter Rundschau

„Grundrechte der Menschen werden zum Kostenfaktor und Luxusgut“

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Bayern

/// Die diesjährige Lehrkräfte-Umfrage des Verbands Bildung und Erziehung VBE fällt beim Thema Inklusion gerade in Bayern besonders schlecht aus. Die Landesvorsitzende des Bayerischen Lehrerverbandes besteht darauf, dass inklusive Bildung kein bloßes nice-to-have sei, sondern das Recht der Kinder:

Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V.

Inklusion in Bayern: Schulen brauchen bessere Rahmenbedingungen!

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Mecklenburg-Vorpommern

/// Nach Niedersachsen hat auch das Land Mecklenburg-Vorpommern den Beschluss gefasst, die Förderschulen Lernen in den kommenden Jahren zu schließen. Dagegen protestieren jetzt Eltern: Wer Förderschulen schließe, müsse auch dafür sorgen, dass die allgemeinen Schulen eine gute inklusive Bildung bieten.

Nordkurier

Förderschulen in Gefahr? Eltern protestieren gegen geplante Änderungen

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NRW: Kein Plan

/// Die Bildungsgewerkschaft GEW in Nordrhein-Westfalen macht sich Gedanken, warum es mit der inklusiven Bildung im Land nicht weitergeht. Ihr Fazit: Es braucht endlich einen Plan:

GEW-NRW

Was fehlt für gelingende Inklusion an Schulen?

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NRW: Prävention

/// Wenn Kinder in der Schule nicht funktionieren, wird zu schnell ein sonderpädagogischer Förderstatus beantragt. Das NRW-Schulministerium erinnert jetzt mit einer digitalen Pinnwand und der Zusammenstellung von Maßnahmen individueller Förderung daran, wie Prävention zu den Aufgaben der allgemeinen Schule gehört:

Schulministerium NRW

Digitale Pinwand "Prävention trifft Förderung"

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NRW: Steuerung

/// Die FAZ hat Nordrhein-Westfalens Schulministerin Dorothee Feller und den Kieler Bildungsforscher Olaf Köller zum Absturz der NRW-Schulen bei den Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften befragt. Beide wollen nun einen Schub in der Qualitätsentwicklung der Schulen erreichen. „Dass wir diese schwachen Leistungen in Deutschland auch am Gymnasium haben, liegt ja nicht daran, dass wir dort Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben oder Kinder, die kein Deutsch können, sondern es wird einfach schlechter Unterricht gemacht“, begründet Köller.

Die Ministerin will nun die Schulleitungen stärken und in die Pflicht nehmen. Es soll verbindliche Zielvereinbarungen mit der Schulaufsicht zur Unterrichtsqualität geben, und verbindliche Fortbildungsplanungen für die Lehrkräfte. 

Wir sind gespannt, ob die Ministerin diese Steuerungsinstrumente auch für die Qualitätsentwicklung inklusiver Bildung nutzen will.

Frankfurter Allgemeine

Bildungsdefizite: Jetzt braucht NRW sehr langen Atem (Paywall)

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Zahlen 1

/// Die Stadt Köln gehört zu den wenigen Kommunen, die jedes Jahr ein Inklusionsmonitoring erstellen. Das Diesjährige zeigt Erschreckendes: Inzwischen gelten 9,2 Prozent aller Schülerinnen* in der Stadt schulrechtlich als behindert, immer mehr werden zieldifferent beschult und anteilig besuchen mehr Schülerinnen* im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung Förderschulen als jemals zuvor. Anstatt mit allen Kräften gegen diese Entwicklungen anzugehen, kündigt die Stadt den Bau weiterer Förderschulen an:

Stadt Köln

Inklusionsentwicklung an Kölner Schulen

Zum Inklusionsmonitoring

Zahlen 2

/// Die Regionalzeitung Kölner Stadt-Anzeiger schildert die Brisanz der Entwicklung für die Stadt:

Kölner Stadt-Anzeiger

Negativrekord: Förderbedarf für Schulkinder in Köln ist so hoch wie nie zuvor

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Bürgerrat

/// Der Bürgerrat Bildung und Lernen hat sich nicht explizit mit der inklusiven Bildung beschäftigt. Das holt nun der Bürgerrat-Podcast nach. Eingeladen ist die ehemalige Schulleiterin der inklusiven Gesamtschule OSK in Köln:

News4Teachers

Podcast: Warum Inklusion dazu führt, dass das Leistungniveau insgesamt steigt

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Stand der Dinge

/// Woran entscheidet sich, ob inklusive Bildung gelingt? Der Südwest-Rundfunk ist mit Mikrofon in Schulen gegangen:

SWR

Inklusion an Schulen ‒ Woran sie scheitert und wie sie gelingt

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Es wird Zeit zu handeln – Inklusion ist Menschenrecht und nicht verhandelbar!

Mit Unterzeichung der UN-BRK hat sich Deutschland verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen aufzubauen.

Denn in Artikel 24 der UN-BRK steht: … Behinderte Kinder dürfen also nicht aufgrund ihrer Behinderung vom Besuch einer Grundschule oder einer weiterführenden Schule ausgeschlossen werden. Vielmehr soll ihnen gleichberechtigt mit anderen – nichtbehinderten – Kindern der Zugang zu einem einbeziehenden (inklusivem), hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht ermöglicht werden.… MEHR INFOS

Die Monitoring-Stelle UN-BRK des Deutschen Instituts für Menschenrechte schreibt:

… Über zehn Jahre nach Inkrafttreten der UN-BRK im Jahr 2009 muss mit Blick auf das deutsche Schulsystem exemplarisch festgestellt werden, dass der Umsetzungsstand weit hinter den Erwartungen zurückbleibt.… MEHR INFOS

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