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Neues zum Thema Inklusive Bildung,

2009 hat sich Deutschland mit der Ratifizierung der UN-BRK dazu verpflichtet, ein inklusives Schulsystem aufzubauen. Trotzdem ist Inklusive Bildung noch lange keine Realität in Deutschland. Hier berichten wir anhand einer Auswahl kommentierter Medienbeiträge jeden Monat, was in Deutschland zum Thema inklusive Bildung passiert.

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April 2026

Die Eule spricht

/// Wer hätte gedacht, dass sich einmal eine Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen* von Bund, Ländern und Kommunen mit der schulischen Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung beschäftigen würde? Der Grund für die ungewohnte Aufmerksamkeit ist allerdings ernüchternd: Man* sucht nach Sparpotential in der Eingliederungshilfe. 750 Millionen Euro pro Jahr würde man gern einsparen, indem die Bewilligung von Einzelfallhelfern weitgehend abgeschafft wird und Schulbegleiter künftig für mehrere Schülerinnen* zuständig sind.

Sicherlich: Die Ausgabensteigerung bei der Schulbegleitung in den vergangenen Jahren ist geradezu absurd. Aber fragt sich die Spar-Runde auch, warum das so ist? Ganz offensichtlich gibt das System Schule zunehmend pädagogische Verantwortung für die Schülerinnen*schaft ab – oder muss es tun. Es fehlt an Personal und es fehlt an einer grundlegenden Modernisierung von Schule und Unterricht, um die Schülerinnen* von heute mit all dem, was sie mitbringen, gut zu erreichen und zu bilden. Diese Löcher hat man zunehmend versucht, mit Schulbegleitung zu stopfen und damit aus den Kassen der Eingliederungshilfe. War die Schulbegleitung früher eine Assistenz für besonders schwer behinderte Schülerinnen*, ist sie heute das Mittel der Wahl, wenn Schwierigkeiten auftauchen. Das tut letztlich weder den Schulen, noch vielen der begleiteten Schülerinnen*, noch den kommunalen Kassen gut. So ist die Kostensteigerung bei den Schulbegleitungen eigentlich ein gutes Beispiel dafür, dass Sparen an der falschen Stelle (an den Schulen) oft zu erheblichem Mehraufwand an anderer Stelle (Eingliederungshilfe) führt.

Aber was passiert, wenn der Staat jetzt versucht, diese Notlösung einfach zusammen zu kürzen, ohne gleichzeitig die Schulen zu ertüchtigen? Leidtragende werden in erster Linie die Schülerinnen* mit Behinderung sein, die tatsächlich eine Assistenz brauchen. Eine solche Kürzung würde außerdem die Schulen noch mehr belasten, insbesondere so manche Förderschule ins Chaos stürzen und es wird die Geltung der allgemeinen Schulpflicht untergraben. Die ohnehin schon hohe Zahl von Schülerinnen*, die nicht beschult oder kurzbeschult werden, wird deutlich steigen.

Medienschau April

Rückschritt

/// Seit nunmehr drei Jahren demonstrieren Eltern vor den Sitzungen des Kölner Schulausschusses für bessere Bedingungen für inklusive Bildung, oft unterstützt von Schülerinnen* und Lehrkräften. Immer wieder gab es Gespräche mit Politikerinnen*. Passiert ist genau: nichts.

Kölnische Rundschau

Eltern warnen vor Rückschritten bei der Inklusion an Kölner Schulen

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Ausgebremst

/// In der Landeshauptstadt Düsseldorf sind Lehrkräfte und Eltern ernüchtert über die Bedingungen, unter denen Gemeinsames Lernen stattfindet. Alle wollen Inklusion, aber das Fazit ist: die Landesregierung tut zu wenig dafür.

Rheinische Post

Darum steht die Inklusion an Düsseldorfer Schulen unter Druck (Paywall)

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Bundeselternrat

/// Der Bundeselternrat sieht massive Defizite bei der Umsetzung von Inklusion im Schulalltag. Immer noch müssten Eltern die Bedingungen für ihr Kind organisieren und erkämpfen, statt dass Länder und Kommunen die Voraussetzungen schaffen, die es für gute inklusive Bildung braucht: „Das Problem ist nicht die Rechtslage, sondern die fehlende verlässliche Umsetzung im Alltag.“

NEWS4TEACHERS

Bundeselternrat sieht massive Defizite bei Umsetzung von Inklusion im Schulalltag

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Fachtagung

/// Das Bündnis Gemeinschaftsschule in Bayern hat eine Fachtagung zur notwendigen Schulreform organisiert. Schülerinnen*, Eltern, Lehrkräfte haben mitdiskutiert. Nur Vertreterinnen* der Landesregierung glänzten durch Abwesenheit. Hier der Rückblick:

Bündnis Gemeinschaftsschule Bayern

SO MUSS SCHULE! – Rückblick auf zwei Tage voller Impulse, Mut und Bildungsvisionen

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Beschwerde 1

/// Das nordrhein-westfälische Kommunalministerium hat die Aufsichtsbeschwerde gegen den Bau einer zusätzlichen Körperbehindertenschule durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) zurückgewiesen. Sie tut dies, ohne auf die Argumente und die rechtliche Argumentation der neun Verbände und Vereine der Selbsthilfe einzugehen. Dies ist eine politische Ablehnung. Die Juristinnen* des Kommunal- und des Schulministeriums dürften zur Zeit nicht gern in den Spiegel schauen. Hier ist das Ablehnungsschreiben:

mittendrin e. V.

Stellungnahme zur Kommunalaufsichtsbeschwerde betreffend der Errichtung einer Förderschule in Neunkirchen-Seelscheid 

Ablehnungsschreiben lesen

Beschwerde 2

/// Der Bau der angefochtenen Förderschule ist zu teuer, geschieht auf Basis veralteter Schülerinnen*zahlprognosen und unter Missachtung wesentlicher Bestimmungen des Schulgesetzes. Wer die Kommunalaufsichtsbeschwerde noch einmal nachlesen möchte, kann das hier tun:

mittendrin e. V.

Kommunalaufsichtsbeschwerde betreffend der Errichtung einer Förderschule in Neunkirchen-Seelscheid

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Geburtenzahlen

/// Im vergangenen Jahr sind in Deutschland nur rund 650.000 Kinder geboren worden, das sind fast 150.000 weniger als noch 2021. Hier kann man sehen: Spätestens ab dem Jahr 2030 werden unsere Schulen deutlich leerer. Wo sollen dann die Schülerinnen* für all die neuen zusätzlichen Förderschulen herkommen?

Statistisches Bundesamt

Zahl der Geburten sinkt im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand der Nachkriegszeit

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Saarland

/// Vor zehn Jahren ist das Saarland mit seiner Inklusionsverordnung in den systematischen Aufbau inklusiver Bildung gestartet. Das Jubiläum wurde mit einer Fachtagung begangen, also mit Arbeit an der weiteren inklusiven Entwicklung.

bildungsklick

Gemeinsam Schule für alle gestalten: Fachtagung zur Inklusionsverordnung

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Niedersachsen 1

/// In Buxtehude sind Kinder mit sogenannter geistiger Behinderung durch ein Modell der Lebenshilfe in Grundschulen integriert. Schüler dieser Grundschulen sind sie offiziell nicht und so kann die Stadt das gemeinsame Lernen in sogenannten Koop-Klassen einfach aussetzen. Die Eltern sind fassungslos:

Kreiszeitung Wochenblatt

Update: Zukunft der Inklusion in Buxtehude

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Niedersachsen 2

/// Die CDU im Landkreis Celle möchte die Schulen entlasten – von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf ebenso wie mit „gezielten Angeboten“ für Schülerinnen* mit sozialen und emotionalen Problemlagen. Anstatt die Schulen von kommunaler Seite zu stärken, redet man sich die Exklusion schön und behauptet, dass Förderschulen „die beste Inklusion ins Leben“ seien.

Celler Presse

CDU-UB fordert Anpassungen in der Schulpolitik: Förderschulen sind die beste Inklusion ins Leben

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Baden-Württemberg 1

/// Inklusion ist in Baden-Württemberg immer noch personenzentrierte Glückssache. Dass es geht, wenn man* will, zeigt dieses Beispiel:

SÜDKURIER

Kampf um Inklusion: Maxi trotzt dem System und wird zur Pionierin an der Realschule Klettgau (Paywall)

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Baden-Württemberg 2

/// Ein zweites Beispiel zeigt, wie sehr inklusive Bildung in Baden-Württemberg von durchsetzungsfähigen Eltern abhängt:

SWR

Inklusion: Rebekkas Familie kämpft für 14-Jährige - Eltern sind oft auf sich gestellt

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Baden-Württemberg 3

/// Der langjährige grüne Ministerpräsident Kretschmann hat die Aufgabe, ein inklusives Schulsystem aufzubauen, weitestgehend ignoriert. Sein – ebenfalls grüner – Nachfolger Özdemir lässt das Kultusministerium gleich liegen und übergibt es dem Koalitionspartner CDU. Der Landkreistag nutzt die Gelegenheit und fordert direkt mehr Lehrkräfte und einen Ausbau für die Förderschulen. Behauptet wird, die Zahl der Schülerinnen* mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung werde in den nächsten sieben Jahren um 37 Prozent steigen. Mit den Geburtenzahlen des Statistischen Bundesamtes (siehe oben!) ist das nicht übereinzubekommen. Kein Wunder, es ist ja auch nur aus der Entwicklung der vergangenen Jahre fortgeschrieben. Soll ernsthaft auf dieser Basis Schulpolitik gemacht werden?

STUTTGARTER NACHRICHTEN

Geraten die Schüler mit besonderem Förderbedarf unter die Räder?

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Analyse

/// Der emeritierte Erziehungswissenschaftler Prof. Hans Wocken hat ein neues Buch über die inklusive Entwicklung – oder Nicht-Entwicklung – der Schulen in Deutschland veröffentlicht. Mit unbestechlichem Blick auf die Zahlen geht es darin um die Fragen, was hinter den vorgeblichen Leistungsunterschieden des Schulsystems in den unterschiedlichen Bundesländern steckt, woher die Welle der sonderpädagogischen Förderbedarfe kommt und warum die süddeutschen Bundesländer bei der inklusiven Entwicklung versagen.

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Inklusionsdämmerung

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Eingliederungshilfe 1

/// Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat eine Ideensammlung einer Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und Kommunen für Einsparungen im Sozialrecht öffentlich gemacht. Gleich mehrere Vorschläge beschäftigen sich mit einer Reduzierung von Schulbegleitungen:

DER PARITÄTISCHE

Drohender Kahlschlag im Sozialen

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Eingliederungshilfe 2

/// Seit sich Protest gegen die Kürzungsvorschläge bei der Schulbegleitung erhebt, wünscht sich die CDU eine „Versachlichung der Debatte“. Es sei doch noch gar nichts entschieden. Recherchen aus der Hauptstadt zeigen jedoch: Die Sorge der Betroffenen ist hoch berechtigt:

Süddeutsche Zeitung

Sparen bei Kindern und Inklusion? Was wirklich geplant ist

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Eingliederungshilfe 3

/// Es steht zu befürchten, dass in der besagten Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und Kommunen wieder einmal Menschen verhandeln, die von der Lebenssituation vieler Menschen mit Behinderung schlicht keine Ahnung haben. Zwar erwähnen die Spar-„Ideen“ zur Schulbegleitung, dass es auch in Zukunft Einzelfallhelfer für Schülerinnen* geben soll, die tatsächlich eine Rundumbetreuung brauchen. Doch schon heute haben Betroffene zum Teil größte Schwierigkeiten, den benötigten Stundenumfang genehmigt zu bekommen.

SWR

Keine Schule für Autisten? Betroffene Mutter aus BW sieht „Systemversagen“

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Berufsorientierung

/// Wie kann ein Berufsorientierungsprogramm in den Schulen gestaltet sein, damit es wirklich alle Schülerinnen* erreicht? Zu diesem Thema bietet das Deutsche Schulportal eine Online-Veranstaltung an:

Deutsches Schulportal der Robert Bosch Stiftung

Inklusive Berufsorientierung – Übergänge gestalten, Chancen und Teilhabe ermöglichen

Veranstaltungshinweis lesen

Fachtag Ausbildung

/// Können junge Leute mit sogenannter geistiger Behinderung eine reguläre Berufsausbildung machen? Im Projekt „Ausbildung mittendrin“ wird dies seit gut vier Jahren gefördert. Bisher sind elf Ausbildungsverhältnisse am Standort Köln entstanden. Unterstützt werden die Azubis im Rahmen des gesetzlichen Förderinstruments Budget für Ausbildung. Die Ergebnisse und Erfahrungen des Projekts werden jetzt auf einem Fachtag zur Diskussion gestellt. Hier geht's zur Anmeldung:

mittendrin e. V.

Fachtag „Ausbildung mittendrin“

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Es wird Zeit zu handeln – Inklusion ist Menschenrecht und nicht verhandelbar!

Mit Unterzeichung der UN-BRK hat sich Deutschland verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen aufzubauen.

Denn in Artikel 24 der UN-BRK steht: … Behinderte Kinder dürfen also nicht aufgrund ihrer Behinderung vom Besuch einer Grundschule oder einer weiterführenden Schule ausgeschlossen werden. Vielmehr soll ihnen gleichberechtigt mit anderen – nichtbehinderten – Kindern der Zugang zu einem einbeziehenden (inklusivem), hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht ermöglicht werden.… MEHR INFOS

Die Monitoring-Stelle UN-BRK des Deutschen Instituts für Menschenrechte schreibt:

… Über zehn Jahre nach Inkrafttreten der UN-BRK im Jahr 2009 muss mit Blick auf das deutsche Schulsystem exemplarisch festgestellt werden, dass der Umsetzungsstand weit hinter den Erwartungen zurückbleibt.… MEHR INFOS

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