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Neues zum Thema Inklusive Bildung,

2009 hat sich Deutschland mit der Ratifizierung der UN-BRK dazu verpflichtet, ein inklusives Schulsystem aufzubauen. Trotzdem ist Inklusive Bildung noch lange keine Realität in Deutschland. Hier berichten wir anhand einer Auswahl kommentierter Medienbeiträge jeden Monat, was in Deutschland zum Thema inklusive Bildung passiert.

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Juli 2026

Die Eule spricht

/// Aktuell sind zur inklusiven Bildung ungewöhnliche Töne ausgerechnet aus Sachsen-Anhalt zu hören, aus dem Land, in dem eine mögliche künftige AfD-Regierung die Inklusion in den Schulen beenden will. Dort bekennt sich der Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) jetzt öffentlich zur inklusiven Bildung. Er redet deutlich gegen Separation und verspricht sogar, die AfD-Pläne zu verhindern (obwohl er dazu erst einmal die Landtagswahl am 6. September gewinnen muss).

Es stellt sich nur die Frage: Wie glaubwürdig können solche Worte sein, wenn dahinter gar keine Taten stehen? Und wie gut steht man im Wahlkampf gegen die AfD da, wenn man deren politische Pläne scharf angreift, aber in der praktischen Politik selbst eine ähnliche Politik betreibt?

Noch im Januar hat der sachsen-anhaltinische Bildungsminister Jan Riedel (CDU) angekündigt, dass er wenig Spielraum für mehr Inklusion in regulären Klassen sieht und in Zukunft wieder verstärkt auf die Förderschule setzen will. Im Juni hat die CDU ein Wahlprogramm verabschiedet, in dem sie für Kinder mit Behinderung in erster Linie verspricht, die Förderschulen zu stärken.

Wenn sich daran bis heute nichts geändert hat, bedeutet CDU-Politik in Zukunft für noch mehr Kinder mit Behinderung im Land einen Sonderschulzwang durch die Hintertür: Du darfst zwar zwischen Inklusion und Förderschule wählen, aber auf der Seite der Inklusion gibt es halt kein Angebot. Das schon traditionell CDU-regierte Bundesland ist noch nie durch inklusive Bildungspolitik aufgefallen und hat die höchste Förderschülerquote Deutschlands.

Und jetzt präsentiert man sich dort im Wahlkampf gegen die AfD als Speerspitze der inklusiven Bildung? Das ärgert auf mehrfache Weise: Es ärgert Eltern von behinderten Kindern, weil ihre Hoffnungen im Wahlkampf gegen die AfD instrumentalisiert werden, ohne dass wirklich Verbesserungen geplant sind. Und es ärgert das Wahlvolk, wenn es merkt, dass von dem Kandidaten Werte vertreten werden, die er gar nicht umzusetzen gedenkt.

Medienschau Juli

Sachsen-Anhalt 1

/// Vor der Landtagswahl im September wirft sich der Ministerpräsident Sven Schulze für inklusive Bildung in die Bresche und wendet sich damit entschieden gegen Pläne der Partei AfD, Schülerinnen* mit Behinderung wieder in die Förderschulen zu zwingen. Das Engagement für des CDU-Ministerpräsidenten für Inklusion ist erfreulich, kommt aber etwas spät. Als Ergebnis der langjährigen CDU-Regentschaft hat Sachsen-Anhalt zurzeit die höchste Förderschulquote der Republik.

EU-Schwerbehinderung

Schulze warnt vor Ende der Inklusion an Schulen

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Sachsen-Anhalt 2

/// Liest man diesen Artikel aus dem Januar des Jahres, scheint die CDU-Landesregierung in Sachsen-Anhalt einen deutlichen Sinneswandel hinter sich zu haben.

DER SPIEGEL

Sachsen-Anhalt erteilt weiterer Inklusion eine Absage

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Sachsen-Anhalt 3

/// Auch die Montessorischule in Halle protestiert jetzt schon gegen angekündigte Einschränkungen der inklusiven Bildung durch eine mögliche AfD-Landesregierung. Die AfD rudert daraufhin zurück und beteuert, ihre Pläne richteten sich ausschließlich gegen die Inklusion geistig behinderter Schülerinnen*. Die Frage könnte also bald sein: Ist die Zivilgesellschaft gefestigt genug, einem solchen Spaltungsversuch zu widerstehen?

mdr aktuell

AfD will Inklusion stoppen — Montessori-Schule in Halle fürchtet drastische Einschnitte

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Schulbegleitung 1

/// Die Kürzungspläne bei der Schulbegleitung stoßen bei Eltern behinderter Kinder auf heftigen Protest. Die Politik versucht den Protest mit der Argumentation zu beruhigen, dass ein gebündelter Einsatz von Schulbegleiterinnen* die Qualität der Begleitung sogar verbessern würde. Der SPIEGEL hat bei seinen Recherchen festgestellt, dass es für eine solche Verbesserung erheblicher Anstrengungen bedarf.

DER SPIEGEL

Die einen sorgen sich, dass ihr Kind bald keine Hilfe mehr bekommt — die anderen fürchten Chaos im Klassenraum (Paywall)

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Schulbegleitung 2

/// Professor Michael Wrase vom Wissenschaftszentrum Berlin kritisiert den Gesetzentwurf des Bundes zu Einsparungen bei der Schulbegleitung hart: Der individuelle Rechtsanspruch auf eine notwendige Begleitung werde stark ausgehöhlt und damit das Recht von Kindern auf (inklusive) Beschulung untergraben. Er sieht zwar Reformbedarf beim Thema Schulbegleitung, aber die aktuellen Planungen seien die falsche Reform.

Deutsches Schulportal

„Unterstützungssysteme drohen komplett wegzubrechen“

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Schulbegleitung 3

/// Kinder und Eltern in Berlin haben bereits Erfahrung mit dem sogenannten Pooling von Schulbegleitung, das nun bundesweit Vorrang haben soll. Die Erfahrungen sind nicht gut. Die „Poolstunden“ pro Schülerin* werden sehr restriktiv berechnet, die ohnehin schlecht personell ausgestatteten Schulen geraten ans Limit, rund 2.800 Schülerinnen* können gar nicht mehr zur Schule gehen. Die anhaltenden Proteste von Eltern laufen beim Senat ins Leere.

rbb 24

Wenn ein Recht zur Verhandlungssache wird

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Rückzieher

/// Früher stand die Partei Bündnis 90/Die Grünen für eine inklusive Schulpolitik. Heute stimmen die Grünen in Krefeld dem Bau einer weiteren zusätzlichen Förderschule Geistige Entwicklung zu. Dass sie nun Bedingungen an das Gebäude stellen, um auf eine „Verzahnung mit dem allgemeinen Schulsystem“ hinzuwirken — wie immer die auch aussehen soll —, macht die Sache nicht besser. Die inklusionspolitische Sprecherin Eva Malecha-Konietz findet, der Elternwunsch nach einem Platz in einer Förderschule sei „nachvollziehbar, wenn es zu wenig gute inklusive Konzepte gibt, die die Bedarfe aller Kinder ernst nehmen“. Wäre es dann nicht sinnvoller, wenn Grüne vor Ort und Grüne als Koalitionspartner in der NRW-Landesregierung für die Anwendung dieser guten inklusiven Konzepte sorgen würden?

RHEINISCHE POST

„Förderschulen dürfen keine Sackgasse darstellen“ (Paywall)

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Förderschule

/// In einem Gastbeitrag des Magazins „andererseits“ wird das Schonraum-Argument demaskiert, nach dem es für behinderte Schülerinnen* in jedem Fall in einer Förderschule angenehmer sei. Auch in Förderschulen werde gemobbt, berichtet der Kommentator aus eigener Erfahrung:

rnd — RedationsNetzwerkDeutschland

Warum Förderschulen das Gegenteil von Inklusion sind

Gastbeitrag lesen

Ausgrenzung

/// Erst wird dem Kind die Aufnahme in die örtliche Grundschule verweigert. Die Eltern melden notgedrungen an der Förderschule an. Doch dort werden die Eltern für den Schulbus nach der Hortbetreuung zur Kasse gebeten — die überhaupt nur notwendig ist, weil das Kind von einer wohnortnahen Inklusion ausgeschlossen wurde.

rbb 24

Familie soll hohe Fahrtkosten für behindertes Kind zahlen

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Statistik

/// Die Zahl der Schülerinnen*, die die Schule ohne Abschluss verlassen, steigt weiter. Interessant ist an der NRW-Statistik: Die Schülerinnen* mit Förderbedarf, die keinen Abschluss schaffen, werden gar nicht mitgezählt, zum Beispiel aus dem kontinuierlich steigenden Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Damit zeigt die Statistik zwar ein schlechtes Ergebnis, aber noch lange nicht die noch viel schlechtere Realität.

Kölner Stadt-Anzeiger

Immer mehr Jugendliche ohne Schulabschluss in Köln

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Qualität

/// An die zehn Prozent der Schülerinnen* sind neurodivergent, haben Autismus, ADHS oder Lese-Rechtschreibschwierigkeiten. Das System Schule müsste sich entwickeln, um ihnen gute Bildung anzubieten. Ein Interview mit Bildungsforscher Klaus Hurrelmann:

TAGESSPIEGEL

Neurodivergente Kinder im Bildungssystem: „Schule ist für das Durchschnittskind gebaut worden“ (Paywall)

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Arbeit

/// Der Versuch, Menschen mit kognitiven Einschränkungen als Mitarbeiterinnen* für KiTas zu gewinnen, scheitert immer wieder an den Refinanzierungsregeln für KiTa-Personal. In Niedersachsen werden jetzt mit Projektgeldern eigens Stellen geschaffen. Das ist gut, aber keine Dauerlösung:

RTL

Arbeiten in der Kita — trotz geistiger Einschränkung! Für Lena (31) ist das jetzt möglich

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Es wird Zeit zu handeln – Inklusion ist Menschenrecht und nicht verhandelbar!

Mit Unterzeichung der UN-BRK hat sich Deutschland verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen aufzubauen.

Denn in Artikel 24 der UN-BRK steht: … Behinderte Kinder dürfen also nicht aufgrund ihrer Behinderung vom Besuch einer Grundschule oder einer weiterführenden Schule ausgeschlossen werden. Vielmehr soll ihnen gleichberechtigt mit anderen – nichtbehinderten – Kindern der Zugang zu einem einbeziehenden (inklusivem), hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht ermöglicht werden.… MEHR INFOS

Die Monitoring-Stelle UN-BRK des Deutschen Instituts für Menschenrechte schreibt:

… Über zehn Jahre nach Inkrafttreten der UN-BRK im Jahr 2009 muss mit Blick auf das deutsche Schulsystem exemplarisch festgestellt werden, dass der Umsetzungsstand weit hinter den Erwartungen zurückbleibt.… MEHR INFOS

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